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[Text]

I. Lamentatio

Circumdederunt me funes mortis... (Psalmus 114)

Corpora parvulorum
Ab ustrinarum fundo
Provolabunt
Cursu super historiam tendentia.

Corpora iuvenum,
Corpora puellarum
Cum spinarum coronis
Venient undique.

Corpora virorum
A camporum coemeteriis
Victum properabunt
Et libera fient. (Broniewski)

Ecce famis, doloris et tormenti terminus.
Ne Christus quidem hanc perniciei viam confecit
Et tam atrox non sensit discidium
Animae humanae et orbis inhumani. (Aragon)

Corpora a perniciei castris,
Ab oppidis per ignivomas manuballistas transfossis,
Corpora cum laqueo,
Corpora cum vulnere,
Corpora iniuriae
Catervatim venient,
Numquam requiescent! (Broniewski)

In magnis arcis
Torrefacti glomerantur capilli
Strangulatorum
Et parvae ravi puellae crines in nodum collecti
Quasi cum fasciola muris codicula
Per quam trahunt in ludo
Parum comes pueri. (Rozewicz)
I. Lamentatio

Stricke des Todes hatten mich umfangen... (Psalm 114)

Kinderleichen
Aus der Tiefe der Krematorien
Werden die Geschichte
überflügeln.

Leichen der Jungen,
Leichen der Mädchen
In Dornenkränzen
Eilen von überall her.

Männerleichen
Von Soldatenfriedhöfen
Treten zum Siege an,
Werden frei. [Broniewski Ciola (Leichen)]

Grenzen des Hungers Grenzen der Kraft
Selbst Christus hat nicht diesen Schreckensweg gekannt
Noch diesen unendlichen und entsetzlichen Zwiespalt
Zwischen der menschlichen Seele und unmenschlichen Welt [Aragon Auschwitz]

Leichen aus Lagern,
Aus zerschossenen Städten,
Leichen mit Stricken,
Leichen mit Wunden,
Leichen des Untergangs,
Leichen des Unrechts
Eilen in Scharen her,
Werden nie ruhn! [Broniewski Ciola (Leichen)]

In großen Kisten
Ballt sich trockenes Haar
Der Vergasten
Darunter ein kleiner grauer Zopf
Rattenschwänzchen mit Schleife
An dem in der Schule
Die frechen Buben zupften. [Rozewicz Warkoczyk (Kleiner Zopf)]

II. Apocalypsis

...et laquei inferorum supervenerunt mihi. (Psalmus 114)

Qui habet intellectum, computet numerum bestiae:
numerus enim hominis est. (Apocalypsis 13)



Et vidi de mari bestiam ascendentem, habentem capita septem et cornua decem, et super cornua eius decem diademata, et super capita eius nomina blasphemiae. (Apocalypsis 13)

Et projectus est draco ille magnus, serpens antiquus, qui vocatur diabolus, et satanas, qui seducit universum orbem: et projectus est in terram. (Apocalypsis 12)



Et admirata est universa terra post bestiam. Et adoraverunt draconem, quia dedit potestatem bestiae: et adoraverunt bestiam, dicentes: Quis similis bestiae? et quis poterit pugnare cum ea? Et datum est ei os loquens magna, et blasphemias: et data est ei potestas facere menses quadraginta duos. (Apocalypsis 13)

...et civitatem sanctam calcabunt mensibus quadraginta duobus. (Apocalypsis 11)

Venit dies magnus irae ipsorum: et quis poterit stare? (Apocalypsis 6)



Post haec vidi turbam magnam, quam dinumerare nemo poterat ex omnibus gentibus, et tribubus, et populis, et linguis... (Apocalypsis 7)

Nihil horum timeas quae passurus es. Ecce missurus est diabolus aliquos ex vobis in carcerem ut tentemini: et habebitis tribulationem diebus decem. Esto fidelis usque ad mortem, et dabo tibi coronam vitae... Qui vicerit, non laedetur a morte secunda. (Apocalypsis 2)



...et faciat ut quicumque non adoraverint imaginem bestiae, occidantur (Apocalypsis 13)



Et vestitus erat veste aspersa sanguine. (Apocalypsis 19)

Et vidi bestiam, et reges terrae, et exercitus eorum congregatos ad faciendum proelium cum illo, qui sedebat in equo, et cum exercitu eius. Et apprehensa est bestia, et cum ea pseudopropheta... Vivi missi sunt hi duo in stagnum ignis ardentis sulphure: Et ceteri occisi sunt in gladio sedentis super equum, qui procedit de ore ipsius: Et omnes aves saturatae sunt carnibus eorum. (Apocalypsis 19)

II. Apocalypsis

...und Ängste der Hölle hatten mich befallen. [Psalm 114]

Wer Verstand hat, der überlege die Zahl des Tiers. Denn es ist eines Menschen Zahl. [Offb. Joh. 13]

Schlingt Erinyenfestgesang
Harfenlos, den Sinn zu fah´n,
welk zu dörren Menschenkraft! [Aischylos Eumeniden 331-333]

Und ich sah ein Tier aus dem Meer steigen, das hatte sieben Häupter und zehn Hörner, und auf seinen Hörnern zehn Kronen, und auf seinen Häuptern Namen der Lästerung. [Offb. Joh. 13]

Und es ward ausgeworfen der große Drache, die alte Schlange, die da heißt der Teufel und Satanas, der die ganze Welt verführt, und ward geworfen auf die Erde. [Offb. Joh. 12]

Drum um das Opfer dort schlingt den Gesang,
Verstörung, Wirsinn, Wahnsinn,
Schlingt Erinyenfestgesang
Harfenlos, den Sinn zu fah`n,
welk zu dörren Menschenkraft!
[Aischylos Eumeniden 328-333]

Und der ganze Erdboden verwunderte sich des Tieres, und sie beteten den Drachen an, der dem Tier die Macht gegeben hatte, und beteten das Tier an und sprachen: Wer ist dem Tier gleich, und wer kann mit ihm Krieg führen? Und es ward ihm gegeben ein Mund, zu reden große Dinge und Lästerungen, und ward ihm gegeben, daß es mit ihm währte zweiundvierzig Monate lang. [Offb. Joh. 13]

Und die heilige Stadt werden sie zertreten zweiundvierzig Monate lang. [Offb. Joh. 11]

Denn es ist gekommen der große Tag seines Zorns, und wer kann bestehen? [Offb. Joh. 6]

Auf, beginnt und schlinget den furchtbaren Reih‘n!
Da den grausen Gesang
Zu erheben beschlossen und Zeit ist
Zu verkünden das Amt, das unserer Schar
Obliegt in der Sterblichen Schicksal.
[Aischylos Eumeniden 307—311]

Danach sah ich eine große Schar, welche niemand zählen konnte, aus allen Völkern, Stämmen und Sprachen. [Offb. Joh. 7]

Fürchte dich nicht vor dem, was du leiden wirst. Siehe, der Teufel wird etliche von euch ins Gefängnis werfen, auf daß ihr versuchet werdet, und werdet Trübsal haben zehn Tage lang. Sei getreu bis in den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben. Wer überwindet, dem soll kein Leid geschehen von dem andern Tode. [Offb. Joh. 2]

Drum um das Opfer dort schlingt den Gesang,
Verstörung, Wirsinn, Wahnsinn,
Schlingt Erinyenfestgesang
Harfenlos, den Sinn zu fah`n,
welk zu dörren Menschenkraft!
[Aischylos Eumeniden 328-333]

Und alle, welche nicht das Bild des Tieres anbeteten, wurden getötet. [Offb. Joh. 13]

Denn auf ihn zu, jählings hinab
Stürmenden Sprungs, nieder in Staub
Reiß ich den schwerstürzenden Fuß,
Trügliche Stütze gestrecktem Lauf!
Schwer erträgliches Unheil!
[Aischylos Eumeniden 372—376]

Und er war angetan mit einem Kleide, das in Blut getaucht war. [Offb. Joh. 19]

Und ich sah das Tier und die Könige der Erde und ihre Heere versammelt, Krieg zu führen mit dem, der auf dem Pferde saß, und mit seinem Heer. Und das Tier wurde ergriffen und mit ihm der falsche Prophet... Lebendig wurden diese beiden in den feurigen Pfuhl geworfen, der mit Schwefel brannte. Und die anderen wurden getötet mit dem Schwerte, das aus dem Munde dessen hervorging, der auf dem Pferde saß. Und alle Vögel wurden satt von ihrem Fleisch.
[Offb. Joh. 19]

III. Apotheosis

Absorpta est mors in victoria. (Epistola ad Corinthias prima 15)

Et vidi caelum novum et terram novam. (Apocalypsis 21)

Absorpta est mors in victoria. Ubi est, mors, victoria tua? Ubi est, mors, stimulus tuus? (Epistola ad Corinthias prima 15)

Surgit ventus. Temptemus vivere! (Valéry)
III. Apotheosis

Der Tod ist verschlugen in den Sieg. [1. Cor. 14]

Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde. [Offb. Joh. 21]

Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg? [1. Cor. 15]

Wind kommt auf!... Versuchen wir zu leben! [Valéry Le Cimetière marin]

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Georg Köster
Last modified: Tue Sep 21 20:20:46 CEST 1999